Kann Intervallfasten meinem Stoffwechsel schaden?

Durch das seltene Essen schläft beim Intervallfasten der Stoffwechsel ein. Aus diesem Grund kannst du auf diese Weise auch nicht dauerhaft abnehmen.

Das ist zumindest dann der Fall, wenn man so manchem Skeptiker Glauben schenkt. Ob diese Aussage tatsächlich wahr ist und intermittierendes Fasten wirklich dem Stoffwechsel schaden kann, erfährst du im Folgenden.

Alle zwei Stunden essen, um den Stoffwechsel anzukurbeln

Viele Diätratgeber empfehlen dir, alle zwei bis drei Stunden etwas zu essen. Die Theorie, die hinter dieser Empfehlung steckt, geht davon aus, dass durch häufige kleine Mahlzeiten der Stoffwechsel angeregt und mehr Kalorien verbrannt werden.

Diese Annahme entspricht allerdings allenfalls der halben Wahrheit.

Zwar wird durch die Verdauung des Essens tatsächlich Energie verbraucht. Allerdings führen häufige Mahlzeiten nicht dazu, dass dieser als Thermic Effect of Food (TEF) bezeichnete Energieverbrauch sich erhöht.

Mit anderen Worten bedeutet das, dass es keine Rolle spielt, ob du nun über den Tag verteilt sechs kleine Mahlzeiten zu dir nimmst oder dich zum Beispiel mit Intervallfasten 16/8 auf zwei große Mahlzeiten beschränkst.

Solange sich die Zusammensetzung deines Essens sowie die Kalorienmenge insgesamt nicht unterscheiden, ändert sich durch das unterschiedliche Timing bei der Nahrungsaufnahme auch der daraus resultierende Energieverbrauch nicht nennenswert.

Wann häufige Mahlzeiten hilfreich sein können

Auch wenn sich Intervallfasten also offensichtlich nicht negativ auf den Energieverbrauch bei der Verdauung auswirkt, kann sich die Kombination aus Fastenphasen und selteneren Mahlzeit zumindest bei einigen Menschen dennoch als nachteilig erweisen.

Wenn du generell Problem damit hast, beim Essen eine angemessene Portionsgröße einzuhalten, kann es schnell passieren, dass du dich nach dem Fasten überfrisst.

In der Folge erzielst du dann möglicherweise kein Kaloriendefizit und nimmst natürlich auch nicht ab.

Häufigeres Essen bringt dir zwar auch in diesem Fall keine Vorteile hinsichtlich deines Stoffwechsels oder deines Energieverbrauchs.

Allerdings können dir die regelmäßigen Mahlzeiten unter Umständen dabei helfen, die Kontrolle über deine Kalorienzufuhr zu verbessern.

Zumindest kann es dann hilfreich für dich sein, zunächst mit kürzeren Fastenphasen zu starten.

Warum dein Kalorienverbrauch wirklich sinkt

Viele Menschen werden mit der Zeit dennoch bemerken, dass die Fortschritte beim Abnehmen ins stocken geraten und der Kalorienverbrauch zu sinken scheint.

Und auch wenn die Ursache für ausbleibende Fortschritte oft in einer zu hohen Kalorienzufuhr zu finden sind, reduziert sich der Energieverbrauch im Verlauf einer Diät tatsächlich.

Zu dieser Reduzierung kommt es hauptsächlich aus drei Gründen. Ob du Intervallfasten praktizierst, oder nicht, spielt dabei allerdings keine Rolle.

Grund Nummer 1: wirst du leichter, sinkt auch dein Energiebedarf

Ein niedrigeres Gewicht sorgt ganz automatisch dafür, dass du weniger Kalorien verbrauchst. Das liegt unter anderem daran, dass du für jede einzelne Bewegung weniger Energie benötigst.

Hast du erst mal 10 Kilo oder mehr abgenommen, können dadurch schnell einige hundert Kalorien am Tag zusammenkommen.

Diese Anpassung ist jedoch ganz normal und passiert bei jeder Diät, sobald sich dein Gewicht reduziert.

Grund Nummer 2: eine Diät kann deinen Bewegungsdrang ausbremsen

Gerade wenn du eine recht strenge Diät durchführst, können deine Aktivitäten im Alltag darunter leiden. Um dich zu schonen, bewegst du dich unbewusst weniger. Während du vor der Diät vielleicht sehr aktiv warst, sitzt du nun oft auf der Couch.

Es sind jedoch genau diese unbewussten Alltagsbewegungen, die den größten Teil deines Leistungsumsatzes (Kalorienverbrauch durch Sport und sonstige Aktivitäten) ausmachen.

Dementsprechend deutlich kann sich ihr Rückgang auch auf deinen Energieverbrauch insgesamt auswirken.

Grund Nummer 3: unter bestimmten Umständen kann auch dein Grundumsatz sinken

Unter bestimmten Umständen kann es durchaus sogar passieren, dass dein Grundumsatz zurückgeht und sich dein Stoffwechsel somit in der Tat verlangsamt.

Das passiert allerdings nur dann in einem nennenswerten Umfang, wenn du eine sehr harte Diät machst und dich bereits in einem sehr niedrigen Körperfettbereich bewegst.

Erst dann kommt dieser Effekt als eine Art Überlebensmechanismus zum Tragen, wenn auch deutlich geringer, als von vielen vermeintlichen Diätexperten angenommen.

Mit dem Intervallfasten hat dies allerdings ebenso wenig etwas zu tun, wie die beiden anderen Gründe.

Fazit

Wie du siehst, wirkt sich Intervallfasten nicht negativ auf deinen Stoffwechsel aus. Weder schläft dieser durch das Fasten ein noch verbrauchst du aufgrund der seltenen Mahlzeiten weniger Kalorien.

Zwar kommt es beim Abnehmen unweigerlich zu einer Reduzierung deines Kalorienverbrauchs. Das ist jedoch nicht auf das Intervallfasten an sich zurückzuführen und passiert dir mit jeder anderen Diät auch.

Sofern dich diese Sorge bislang davon abgehalten hat, mit dem intermittierenden Fasten zu starten, hast du jetzt also eine Ausrede weniger. Probiere es aus und überzeuge dich selbst von den Vorteilen, die dir dieses Ernährungskonzept bietet.

Ich bin mir sicher, dass auch du die hohe Alltagstauglichkeit von Intervallfasten schon bald zu schätzen weißt.